Wasser 3.0 – FAQ

Gilt das auch für die Entwicklungsländer oder sind die Probleme in den Entwicklungsländern anders?

In den Entwicklungsländern gibt es teilweise weniger Wasser und dieses Wasser wird in vielerlei Hinsicht genutzt. Hier treffen wir komplexere Voraussetzungen an, bedeutet, mehr Landwirtschaft, oftmals leider immer noch Monokulturen, bedeutet, es wird ausschließlich eine Sorte auf einem Feld angebaut. Das Resultat ist Ausbeutung des Bodens. Auch vermehrter Einsatz von Pestiziden gehören zur Tagesordnung, die klimatischen Gegebenheiten und die vorhandenen reduzierten Wassermengen bringen weitere Probleme hervor, die mit der Wasserqualität zu tun haben. Das Wasser ist viel zu häufig stark verschmutzt und enthält hohe Nährstoffmengen aus der Düngung von Feldern, welche die Qualität von Trinkwasser stark beeinträchtigt.

Während ein Mensch für elementare Bedürfnisse wie Trinken lediglich vier Liter Wasser täglich benötigt, verschlingt die Produktion seiner Nahrung im selben Zeitraum 2000 bis 5000 Liter - mit riesigen regionalen Unterschieden. Bedenkt man, dass der weltweit größte Verbraucher von Wasser mit rund 70 Prozent am Gesamtbedarf die Landwirtschaft ist, dann verbirgt sich hier folglich auch vielversprechendes Einsparpotenzial, zumal 60 Prozent der Bewässerungsmengen verschwendet werden; sie erreichen nie die Pflanzen, deren Wachstum sie ermöglichen sollen. Speziell Umweltwissenschaftler fordern deshalb, dass es möglich sein sollte, den landwirtschaftlichen Verbrauch um mindestens ein Zehntel zu reduzieren. Das käme den großen Süßwasserreservoirs zugute, von denen nicht nur das Wohlergehen von Millionen Menschen abhängt, sondern auch die industrielle Entwicklung.

Es steht somit immer die Frage im Raum, die man sich immer stellen muss: Wie muss der verantwortungsvolle Umgang mit dem Lebensmittel Wasser aussehen, wenn es nicht schon in naher Zukunft zum Kollaps kommen soll?

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