PFC – Wie steht es um die Region in Baden-Baden?

PFC – Wie steht es um die Region in Baden-Baden?

„PFC-Verfahren eingestellt“. Diese Schlagzeile beherrschte die Medien in der Region um Baden-Baden und Rastatt Ende Januar. Was ist geschehen?

Seit Ende 2012 wurden PFC-Verbindungen (PFC = per- und polyfluorierte Kohlenwasserstoffe) im Trinkwasser in der Region entdeckt. Die Ursache für den mittlerweile größten PFC-Schadensfall in Deutschland war die Auftragung von Kompost, in dem PFC-haltige Abfälle der Papierindustrie verarbeitet worden sind, und der Einsatz von PFC-haltigem Löschschaum bei einem Großbrand.

Das seit drei Jahren laufende Verfahren gegen dem Komposthersteller Umweltpartner Vogel AG wurde aufgrund Verjährungsgründe, fehlende Analysen und der fehlende Nachweis des Auftragens PFC-belasteten Materials im strafrechtlich relevanten Zeitraum eingestellt. Im Gegensatz dazu muss die Stadt Baden-Baden für die Beseitigung der Umweltschäden aufkommen, die 2011 beim Löscheinsatz der Lagerhalle der Claus GmbH, einem Anbieter für Bioprodukte, durch Verwendung PFC-haltiger Löschmittel entstanden sind. Auch hier wird über die Höhe noch gestritten. Neben der Beeinflussung der lokalen Landwirtschaft ist mittlerweile auch der Kiesabbau im Kiesdreieck Sandweier/Iffezheim betroffen, weil einige der geplanten Erweiterungsflächen PFC-belastete landwirtschaftliche Gebiete umfassen.

PFC besitzen wasser-, öl- und schmutzabweisenden Eigenschaften und sind chemisch und thermisch stabil, weshalb sie in wasserfester Kleidung, Imprägniermittel und teflonbeschichteten Pfannen verwendet. Auch sind sie in Feuerlöschmitteln, in der Metallverarbeitung und in der Papierindustrie zu finden. Jedoch sind sie menschlichen Ursprungs, weshalb sie von der Natur nicht abgebaut werden können und über mehrere Jahre sich in der Umwelt anreichern und mittlerweile überall nachweisbar sind.

PFC stehen in Verdacht, krebserregend und reproduktionstoxisch zu sein. Einen detaillierten Sanierungsplan zur Entfernung der PFCs aus dem betroffenen Gebieten haben die Verantwortlichen noch nicht vorgelegt, lieber diskutiert man über die Übernahme der anfallenden Kosten.

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