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Virtuelles Mikroplastik


 

Viele Produkte durchlaufen bei ihrer Herstellung Produktionsschritte, in denen Kunststoffe eingesetzt werden - auch wenn das Endprodukt gar keinen Kunststoff enthält. Das so anfallende Mikroplastik nennen wir virtuelles Mikroplastik.


Virtuelles Mikroplastik entsteht durch den Einsatz von synthetischen Polymeren in der Herstellung und Verarbeitung von Produkten. Dies ist unabhängig davon, ob das Endprodukt Kunststoffe enthält oder nicht. Durch die nützlichen Eigenschaften der mehr als 200 Polymerarten und ihrer diversen Unterkategorien werden sie in den meisten Produktionsprozessen eingesetzt. 370 Millionen Tonnen Kunststoffe wurden 2019 hergestellt und verarbeitet.

Enthält das Endprodukt Kunststoffe spricht man von
primärem Mikroplastik. Dieses ist unter den Inhaltsstoffen aufgeführt. Beispiele sind Kosmetika, Putz-, und Düngemittel. Kommt es durch unsachgemäße Entsorgung zu Zerfall oder Zersetzung von Plastik in der Umwelt, spricht man von sekundärem Mikroplastik.


Virtuelles Mikroplastik ist für die Verbraucher*innen weder erkennbar noch sichtbar. Als Abfallprodukt von Produktionsprozessen ist es dennoch vorhanden. In Mengen, deren Ausmaße bislang weitgehend im Dunkeln liegen.

Alleine durch den ersten Produktionsschritt (Bildung der synthetischen Polymere/Rohplastik), wenn kunststoffbasierte Pellets, Granulate oder Pulver hergestellt werden, gelangen nach derzeitigen Schätzungen jährlich mehr als 250.000 Tonnen Mikroplastik weltweit in die Umwelt.

Virtuelles Mikroplastik wird hauptsächlich mit industriellem Abwasser (Prozesswasser, Waschwasser) in die Kanalisation oder direkt in angrenzende Flüsse abgeleitet. Für das Ableiten von virtuellem Mikroplastik gibt es bislang weltweit keine gesetzlichen Grenzwerte, d.h. es gelangt unkontrolliert in die Umwelt.