
Donau 2850: Mikroplastik-Mapping über 2.850 Kilometer
Vom 4. Juli 2026 bis 01. September 2026 wurde die Donau auf ihrer gesamten Länge auf Mikroplastik beprobt: 2.850 Kilometer durch zehn Länder, über 250 Proben nach standardisiertem Protokoll. Es ist die erste durchgehende Beprobung des Flusses mit einheitlicher Methodik über alle Anrainerstaaten hinweg.
Rund 20 Millionen Menschen beziehen ihr Trinkwasser aus der Donau. Was darin unterwegs ist, war bis dahin Schätzung.
Das Projekt wurde ausschließlich über Spenden, Sponsoring und Unternehmenspartnerschaften finanziert. Ohne diese Beiträge gäbe es die Daten nicht.
Stand: 30. August 2026
Die Zahlen zum Projekt
|
Strecke |
2.850 km, Donaueschingen bis Schwarzes Meer |
|
Länder |
Deutschland, Österreich, Slowakei, Ungarn, Kroatien, Serbien, Bulgarien, Rumänien, Moldawien, Ukraine |
|
Beprobung |
4. Juli bis 1. September 2026 |
|
Proben |
über 250, standardisiertes Protokoll, Erfassung ab 10 µm |
|
Aktueller Status der Mikroplastik-Analytik |
alle Proben bis Donaukilometer 1450, also bis an die serbische Grenze — rund die Hälfte der Strecke; Validierung läuft |
|
Veröffentlicht und eingeordnet |
erste 687 Kilometer, 96 Proben |
|
Daten |
georeferenziert und laufend aktualisiert in der Global Map of Microplastics |
|
Finanzierung |
Spenden, Sponsoring und Unternehmenspartnerschaften |
Der Schwimmer
Dr. Joseph Heß, promovierter Wirtschaftsingenieur und Extremschwimmer, durchschwimmt die Strecke. 2022 schwamm er den Rhein auf 1.235 Kilometern in Rekordzeit, davor die Elbe und die Straße von Gibraltar. Hauptberuflich ist er Prokurist in einem Berliner Familienunternehmen. Die Donau ist sein bislang größtes Vorhaben.
Das Schwimmen ist kein Selbstzweck: Es macht die Strecke am Stück zugänglich und die Wissenslücke sichtbar, um die es geht.
Stand der Auswertung
- Veröffentlicht: die ersten 687 Kilometer von Donaueschingen bis Aschach an der Donau, 96 Proben. Die vollständige Einordnung steht in der Pressemitteilung Erste Einordnung der Messdaten aus 687 Flusskilometern vom 1. August 2026.
- Im Labor analysiert: alle Proben bis Donaukilometer 1450 — das ist der Abschnitt von der Quelle durch Deutschland, Österreich, die Slowakei und Ungarn bis an die serbische Grenze und damit rund die Hälfte der Gesamtstrecke. Die Validierung dieser Daten läuft. (Die Donau-Kilometrierung zählt von der Mündung flussaufwärts.)
Ausstehend: die Abschnitte flussabwärts. Auswertung und Veröffentlichung folgen; die vollständige Auswertung mit allen Einzelwerten erscheint zum Abschluss der Kampagne.
Kurz zusammengefasst zeigen die ersten 687 Kilometer: Die Belastung verteilt sich nicht gleichmäßig, sondern konzentriert sich auf einzelne Punktquellen — vor allem Kläranlagen-Einleitungen, Stauhaltungen, Nebenflussmündungen und strömungsberuhigte Flussschlingen. Zwischen diesen Stellen war teilweise kein Mikroplastik nachweisbar. Die Details, die Einordnung in die internationale Studienlage und der Einfluss des Niedrigwassers im Juli 2026 stehen in der Pressemitteilung.
Wie gemessen wird
Vergleichbare Werte über Hunderte Kilometer setzen eine Methodik voraus, die überall gleich funktioniert. Unsere Mikroplastik-Analytik arbeitet mit einem Fluoreszenzmarker, der Kunststoffpartikel selektiv anfärbt, sodass sie von natürlichen Partikeln unterschieden und automatisiert ausgezählt werden können. Die Methodik ist vollständig veröffentlicht (Analytica 2023, 4, 27; Microplastics 2023, 2, 334), ebenso die Probenahmestrategie (Microplastics 2026, 5, 75). Alle Arbeiten stehen unter Publikationen.
Was die Daten leisten und was nicht
- Die Daten repräsentieren Momentaufnahmen entlang einer Strecke, kein Dauermonitoring. Mikroplastikkonzentrationen schwanken über die Zeit erheblich (Microplastics 2024, 3, 492). Dafür liefern wir aber das erste flächendeckende Mikroplastik-Datenpaket zur Donau.
- Für belastbare Aussagen an einem einzelnen Punkt braucht es Wiederholungsmessungen: 21 Großvolumenproben für eine Fehlermarge von ± 25 % bei 95 % Konfidenz (Microplastics 2026, 5, 75). Deswegen haben wir an Einzelstellen auch die Probennahmeintervalle erhöht.
- Erfasst werden Partikel ab 10 µm. Nanoplastik wird nicht abgebildet. Nicht weil wir es nicht können, sondern weil die finanziellen Mittel hierfür nicht zur Verfügung standen.
- Die Beprobung fiel in eine ausgeprägte Niedrigwasserphase. Eine Kampagne bei Mittel- oder Hochwasser könnte ein anderes Muster zeigen.
Was die Daten noch leisten:
- Sie zeigen das räumliche Muster über einen großen zusammenhängenden Flussabschnitt und liefern eine Nulllinie für spätere Vergleiche.
Warum es dieses Projekt nur mit Förderern gibt
Eine durchgehende Beprobung über 2.850 Kilometer und zehn Länder passt in keine klassische Förderkulisse. Es gibt dafür keinen Fonds und kein Programm, auf das man sich bewerben könnte. Donau 2850 wird vollständig über Spenden, Sponsoring und Unternehmenspartnerschaften getragen.
Was das praktisch bedeutet: Jeder finanzierte Abschnitt ist ein Messpunkt mehr auf der Karte. Die veröffentlichten 687 Kilometer und die Abschnitte, die derzeit validiert werden, existieren, weil Menschen und Unternehmen sich dafür entschieden haben. Ohne sie gäbe es diese Daten nicht.
Das gilt nicht nur für die Donau. Schulklassen, die selbst messen, Wassertage an Flüssen und die geplante Komplettkartierung des Bodensees hängen an derselben Voraussetzung. Alle Projekte, die ausschließlich über Spenden und Sponsoring finanziert werden, stehen im Überblick unter Spread Love Not Microplastics
VIELEN DANK an unsere Partner:innen in Mission - Vereint in Wirkungsbeschleunigung
Wie Sie beitragen können. Möglich sind eine Spende mit Zuwendungsbestätigung oder ein Sponsoring mit Rechnung; wir sind als gemeinnützig anerkannt. Angaben zu Struktur und Mittelverwendung stehen unter Transparenz. Direkt spenden oder Kontakt aufnehmen — ein Satz genügt.
Newsroom
- 26. Juni 2026 — Die Donau als Kronzeugin: Erste Gesamtmessung zeigt Europas Mikroplastiklast
- 08. Juli 2026 — Die Ermittlungen entlang der Donau haben begonnen — erste Spuren aus Brigach und Breg gesichert
- 01. August 2026 — Mikroplastik in der Donau: Erste Einordnung der Messdaten aus 687 Flusskilometern
- 11. August 2026 — Dürre 2026: Verdünnung ist keine Reinigung
Alle Mitteilungen im Newsroom. Videomaterial in unserem Youtube Channel, dazu der Trailer.









