
Mikroplastik-Analytik: messen statt schätzen
Die innovative Lösung für kontinuierliches Mikroplastik-Monitoring in kommunalem & industriellem Abwasser sowie Gewässern
Wasser 3.0 detect weist Mikroplastik über Fluoreszenzfärbung nach — mit Wiederfindungsraten zwischen 93,3 % und 101,7 % für unterschiedliche Polymertypen rund einer Stunde Arbeitszeit je Probe. Das macht die hohen Probenzahlen bezahlbar, die belastbares Monitoring überhaupt erst erlaubt.
Diese Seite nennt die Kennzahlen der Methode und ihre Quellen.
Stand: August 2026 | Nächste Überprüfung: Dezember 2026
Warum Mikroplastik bisher kaum gemessen wird
Spektroskopische Verfahren sind aufwendig, teuer und für kontinuierliches Monitoring nicht praktikabel. Die Folge ist eine dünne Datenlage — ausgerechnet dort, wo ab 2027 gemessen werden muss: Die EU-Kommunalabwasserrichtlinie (EU) 2024/3019 verpflichtet die zuständigen Behörden zur Überwachung von Mikroplastik im Zu- und Ablauf von Kläranlagen ab 10.000 Einwohnerwerten. Eine verbindliche Messmethodik steht noch aus; sie soll über Durchführungsrechtsakte festgelegt werden.
Wer erst darauf wartet, beginnt ohne Vergleichsdaten. Wer jetzt standardisiert misst, hat bis dahin eine Zeitreihe — und die ist bei diesem Parameter entscheidend.
Wie das Verfahren funktioniert
1. Fluoreszenzfärbung mit abcr eco Wasser 3.0 detect MP-1
Das Reagenz abcr eco Wasser 3.0 detect MP-1 wird der aufbereiteten Wasserprobe zugesetzt und färbt Kunststoffpartikel an. Unter dem Fluoreszenzmikroskop leuchten sie deutlich stärker als natürliche Partikel und werden dadurch zählbar. Grundlage sind eigens entwickelte Fluoreszenzmarker, deren Eignung wir vergleichend untersucht und veröffentlicht haben (Anal. Bioanal. Chem. 2021, 413, 1059; Analytica 2023, 4, 27).
Wichtig für die Interpretation: Die Unterscheidung zwischen synthetischen und natürlichen Partikeln ist sehr gut, aber nicht absolut. Sie hängt von Probenaufbereitung und Auswerteverfahren ab (Analytica 2023, 4, 27). Deshalb dokumentieren wir die Methode in jedem Bericht mit. Zahlenwerte ohne Methode sind nicht vergleichbar.
2. Automatisierte Auszählung
Die Fluoreszenzaufnahmen werden per Skript ausgewertet. Die Automatisierung verbessert die Vergleichbarkeit gegenüber manueller Auszählung erheblich — sie beseitigt den Auswerter als Fehlerquelle.
3. Standardisierte Probenahme mit der Particle Sampling Unit
Die Particle Sampling Unit (PSU) filtriert vor Ort Volumina von 0,1 bis 10 m³ über 10 µm. Sie erreicht eine mittlere relative Standardabweichung von 41 ± 17 % gegenüber 64 ± 19 % bei der klassischen Schöpfprobe (Microplastics 2026, 5, 75).
In der Gewässeruntersuchung lieferte die PSU 4,7-fach höhere Konzentrationen als die Schöpfprobe (Microplastics 2025, 4, 63). Wer mit Schöpfproben misst, unterschätzt die Belastung systematisch.
Wie viele Proben Sie brauchen
Für eine Fehlermarge von ± 25 % bei 95 % Konfidenz benötigen Sie 21 Proben mit der PSU oder 51 Schöpfproben (Microplastics 2026, 5, 75). Einzelproben sind nicht repräsentativ: Im Ablauf einer kommunalen Kläranlage schwankten die Konzentrationen über zwei Jahre und drei Monate zwischen 0,6 und 194,0 Partikeln pro Liter (Microplastics 2024, 3, 492).
Sagen Sie uns die Fehlermarge, die Sie brauchen — wir rechnen Ihnen die Probenzahl aus. Das ist die ehrlichste Grundlage für ein Angebot.
Erprobung in der Praxis
- Langzeitmonitoring an einer kommunalen Kläranlage: 320 Proben über zwei Jahre und drei Monate (Microplastics 2024, 3, 492).
- Vergleich dreier Kläranlagen mit zwei, drei und vier Reinigungsstufen unter identischer Methodik (Water 2025, 17, 711).
- Gewässermonitoring an fünf deutschen Flüssen, 4 bis 1761 Partikel pro Liter (Microplastics 2025, 4, 63) (Stand Juni 2026)
- Prozessbegleitende Analytik von Entfernungspiloten mit der Wasser 3.0 PE-X® Technologie an der Kläranlage Mykonos (Clean Technol. 2026, 8, 32) und im industriellen Abwasser (Clean. Technol. 2025, 7, 63)
- Vier Wassermatrizes im Methodenvergleich: Kläranlagenablauf, Trinkwasser, Mischwasserüberlauf, Oberflächenwasser (Microplastics 2026, 5, 75).
Alle Arbeiten sind im Open Access verfügbar: Publikationen.
Anwendungsbereiche
- Kommunale Kläranlagen: Überwachung nach der EU-Kommunalabwasserrichtlinie, Prozessoptimierung, Nachweis von Entfernungsleistungen. Unser Komplettservice: Kläranlage.
- Industrielles Abwasser: Qualitätskontrolle und Datengrundlage für Dokumentationspflichten, etwa nach der Verordnung (EU) 2025/2365 zu Granulatverlusten. Unser Angebot: Industrie.
- Gewässermonitoring: standardisierte Erfassung in Flüssen, Seen und Meeren, unter anderem in der Global Map of Microplastics.
- Bildungseinrichtungen: praktische Umweltbildung mit derselben Methodik. Angebote für Schulen.
- Forschung und Entwicklung: Validierung neuer Aufbereitungstechnologien, etwa der Mikroplastik-Entfernung.
Komplettservice oder selbst messen
Komplettservice: Wir übernehmen Probenahme vor Ort, Aufbereitung und Detektion im Labor sowie die Berichterstattung mit Angabe von Probenzahl, Streuung und Methodik.
Selbst messen: Unsere Handbücher für die standardisierte Mikroplastik-Analytik beschreiben Probenahme und Aufbereitung. Die Mikroskop-Modifikation lässt sich mit Material für unter 30 Euro umsetzen (Analytica 2023, 4, 27).
Nächster Schritt
Nennen Sie uns Wassertyp, Zeitraum und gewünschte Genauigkeit — wir rechnen Probenzahl und Angebot. Schreiben Sie uns eine Email.







