Kreislaufwirtschaft:
Intelligente Produktions-, Verwendungs- und Abfallwege für Umwelt und Gesellschaft








Wenn wir die heutige

Wegwerfgesellschaft

nicht durch einen ökoeffizienten Ansatz mit geschlossenen Kreisläufen für Produktions-, Abfall- und Verwertungsprozesse - als für den

Lebenszyklus eines Produktes

- ersetzen, wird es unmöglich sein, die endlichen Reserven unseres Planeten für zukünftige Generationen aufrechtzuerhalten und weitere Schäden an Flora und Fauna mit negativem Einfluss auf die menschliche Gesundheit, Gesellschaft und Umwelt zu vermeiden. Deshalb müssen wir auf eine Kreislaufwirtschaft hinarbeiten.
Was ist Linearwirtschaft?

Eine Linearwirtschaft verbraucht endliche Ressourcen wie fossile Brennstoffe, um Produkte herzustellen, die dann einfach weggeworfen werden und häufig negative Auswirkungen auf die Umwelt oder die menschliche Gesundheit (oder beides) haben.
Was ist Recyclingwirtschaft?

In einer Recyclingwirtschaft ist das Ziel, den Anteil von Sekundärrohstoffen für die Produktion stetig zu erhöhen. Sekundärrohstoffgewinnung aus Abfällen sollte daher nicht als Entsorgungsproblem gesehen werden, sondern als Teil der Rohstoffversorgung. Je mehr Sekundärrohstoffe aus Abfällen gewonnen und Primärrohstoffe in der Industrieproduktion ersetzen, desto weniger Energie und Wasser wird verbraucht und desto geringer sind die Eingriffe in die Natur, die nötig sind, um Rohstoffe zu fördern. Gleichzeitig können durch die Verwendung von Sekundärrohstoffen erhebliche Mengen des klimaschädlichen Kohlendioxids vermieden werden.
Was ist Kreislaufwirtschaft?

Eine Kreislaufwirtschaft strebt die längst mögliche Nutzung von Produkten und Rohstoffen an. Praktisch bedeutet das, Abfälle durch Wieder- oder Weiterverwendung (recycling / reuse) zu vermeiden. Ist das nicht möglich, werden sie wieder in ihre Ausgangsstoffe, also Rohstoffe, zerlegt und diese wiederverwertet. Abfallvermeidung und Wiederverwendung stehen dabei immer vor dem Recycling.
Das EU-Kreislaufwirtschaftspaket

Mit den Regelungen des EU-Abfallpakets werden verbindliche Ziele für die Abfallverringerung und aktualisierte Regeln zur Minderung der Abfallerzeugung, eine bessere Kontrolle der Abfallbewirtschaftung, die Förderung der Wiederverwendung von Produkten und die Verbesserung des Recyclings in allen Ländern der EU festgelegt.
Die EU-Kunststoffstrategie

Jedes Jahr erzeugen die Europäer 25 Millionen Tonnen Kunststoffabfälle, jedoch weniger als 30 Prozent werden für das Recycling gesammelt. Die Kunststoffstrategie soll die Umwelt vor der Belastung durch Kunststoffe schützen und gleichzeitig Wachstum und Innovation fördern. Nach den neuen Plänen sollen ab 2030 alle Kunststoffverpackungen auf dem EU-Markt recyclingfähig sein, der Verbrauch von Einwegkunststoffen wird reduziert und die absichtliche Verwendung von Mikroplastik beschränkt. Das sind in erster Linie Zielbeschreibungen. Es bleibt zu hoffen, dass in den Leitlinien zur Richtlinie über Verpackungen und Verpackungsabfälle das Thema Recyclingfähigkeit und Recyclateinsatz wichtige Eckpunkte werden.
Das große Ziel: Zero Waste

Was vor einigen Jahren mit Bio und Fairtrade begann, sich dann über Recycling und Upcycling, Cradle-to-Cradle (c2c) und Sharing Economy entwickelte, mündet mehr und mehr in eine Zero Waste-Strategie, einer vollständigen Müllvermeidung oder sogenanntem Precycling.

Recycling, Upcycling, c2c und Reuse sind somit Vorstufen von Zero Waste. Dieser Ansatz umfasst nicht nur die Produktionsprozesse, sondern die gesamte Lieferkette, den Handel und die angrenzenden Bereiche: Energie, Transport etc…
Kunststoffe und Kreislaufwirtschaft

Gebrauchte Kunststoffe sind eine ökologisch und ökonomisch vorteilhafte Sekundärrohstoffquelle, um marktgängige Produkte herzustellen und um gleichzeitig die fossilen Rohstoffquellen zu schonen. Die Kunststoffverwertung bedient sich hierbei dreier Wege, nämlich der

  • werkstofflichen,
  • rohstofflichen und
  • energetischen Verwertung,
die je nach Materialqualität beschritten werden. Trotz der unbestreitbaren nationalen, europäischen und weltweiten Erfolge bei der Kunststoffverwertung, gibt es immer noch ungenutzte Recyclingpotenziale.

Im Jahr 2018 fielen europaweit rund 29 Millionen Tonnen Kunststoffabfall an. Davon wurden etwa sieben Millionen Tonnen deponiert und rund 22 Millionen Tonnen in die Rückgewinnung geführt.
Polymere bestimmen unser Leben.

Alleine 2019 haben deutsche Firmen 14,6 Millionen Tonnen Kunststoff verarbeitet. Nicht berücksichtigt wurden Kunstfasern, Kleber und Lacke sowie Kautschukpolymere, die man beispielsweise in Reifen findet.
Kunststoffe sind mehr als nur Verpackungen.

Ob Joghurtbecher, Shampooflasche, Handy oder auch in Kosmetika und Haushaltsreiniger, Kunststoffe sind überall zu finden. Auch im Baugewerbe, der Landwirtschaft und als Werkstoffe finden Sie vielfältigen Einsatz.

Verwendungsmöglichkeiten haben wir für Kunststoffe sehr viele gefunden, aber das Müllproblem konnten wir bisher noch nicht so recht lösen.
Nach der Nutzung geht´s meistens ab in die Tonne

Deutschlands Bürger*innen entsorgen pro Jahr rund 5,92 Millionen Tonnen Kunststoff. Eine Studie brachte hervor, dass die werkstoffliche Verwertung ihren höchsten Wert im Jahr 2015 erreichte und mit etwa 2,67 Millionen Tonnen um 1,42 Millionen Tonnen über dem Wert von 1994 liegt. Die berechnete durchschnittliche Steigerung von 1994 bis 2015 wurde auf jährlich 3,7 Prozent beziffert. Eine steigende Tendenz im Recycling ist ersichtlich. Der Abfall wird nach wie vor überwiegend verbrannt, ein Teil recycelt und als Rezyklat zu neuen Produkten verarbeitet.