
Mikroplastik aus industriellem Prozess- und Abwasser entfernen
In drei publizierten Pilotstudien an realem Industrieabwasser hat Wasser 3.0 PE-X® zwischen 97,4 % und 98,3 % des Mikroplastiks nach Masse entfernt — bei gleichzeitiger CSB-Reduktion zwischen 78,8 % und 96 %. Die Spannweite ist keine Unschärfe, sondern Ergebnis unterschiedlicher Wassermatrizes und Anlagenkonfigurationen.
Diese Seite nennt Zahlen mit Messbedingungen und Quelle. Sie nennt auch, was das Verfahren kostet, was es an Reststoff erzeugt und wo unsere Aussagen enden.
Stand. August 2026 | Nächste Überprüfung: Dezember 2026
Warum jetzt? Drei EU-Rechtsakte, die Ihre Wasserprozesse betreffen
Kunststoffgranulat: seit Dezember 2025 gilt die Pelletverordnung
Die Verordnung (EU) 2025/2365 zur Verhinderung von Kunststoffgranulatverlusten ist am 16. Dezember 2025 in Kraft getreten und gilt unmittelbar, ohne nationale Umsetzung. Betroffen sind Wirtschaftsakteure, die im Vorjahr mindestens 5 t Granulat gehandhabt haben, sowie Transportunternehmen.
Bereits jetzt anwendbar sind die Pflicht zur Vermeidung von Verlusten, Sofortmaßnahmen bei Verlusten, Schulungen und die jährliche Dokumentation der geschätzten Verlustmengen. Ab dem 17. Dezember 2027 kommen Risikomanagementpläne und Meldepflichten hinzu; ab 1.500 t gehandhabter Menge pro Jahr eine Zertifizierungspflicht.
Was unsere Technologie dazu beiträgt — und was nicht. Die Verordnung adressiert Handhabung, Verpackung, Transport und Betriebsorganisation entlang der gesamten Lieferkette. Wir decken einen Pfad davon ab: den Austrag über das Prozess- und Abwasser. Unsere Mikroplastik-Analytik liefert Messdaten zu diesem Pfad, die in die geforderte Dokumentation eingehen können. Compliance mit der Verordnung stellt eine Abwasserbehandlung nicht her. Wer Ihnen das verspricht, verkauft Ihnen zu viel.
Kommunalabwasser: ab 2027 wird Ihre Fracht sichtbar
Die Richtlinie (EU) 2024/3019 ist am 1. Januar 2025 in Kraft getreten und bis zum 31. Juli 2027 in nationales Recht umzusetzen. Artikel 21 verpflichtet die zuständigen Behörden, Mikroplastik im Zulauf und im Ablauf kommunaler Kläranlagen ab 10.000 Einwohnerwerten zu überwachen.
Für Indirekteinleiter ist die Zulaufmessung der entscheidende Punkt: Sie macht industrielle Frachten erstmals systematisch sichtbar — für den Kläranlagenbetreiber und für die Aufsicht. Was das für die kommunale Seite bedeutet, beschreiben wir unter Angebote für Kläranlagen.
Ein häufiges Missverständnis: Die Richtlinie sieht für Mikroplastik keinen Grenzwert vor. Sie schreibt Messen vor, nicht Einhalten. Die erweiterte Herstellerverantwortung mit mindestens 80 % Kostenbeteiligung an der vierten Reinigungsstufe gilt für Hersteller von Human- und Tierarzneimitteln sowie Kosmetika — nicht branchenübergreifend.
REACH: was die Mikroplastik-Beschränkung nicht regelt
Die Verordnung (EU) 2023/2055 beschränkt absichtlich zugesetzte synthetische Polymermikropartikel in Produkten ab 0,01 Massenprozent. Sie erfasst nicht die unbeabsichtigte Freisetzung aus Produktionsprozessen ins Abwasser. Wir nennen das, weil beide Rechtsakte regelmäßig verwechselt werden — auch in Angeboten von Wettbewerbern.
Was das Verfahren in Industrieabwasser tatsächlich leistet
Drei Pilotanlagen, drei Wassermatrizes, drei veröffentlichte Datensätze.
|
Anwendungsfall |
Mikroplastik-Entfernung |
Weitere Messwerte und Quelle |
|
Verpackungsherstellung — automatisierte Pilotanlage, 25 kontinuierliche Testläufe. Rohabwasser: 1725 ± 377 mg/L Mikroplastik, 673 ± 183 Mio. Partikel/L, CSB 7570 ± 1339 mg/L |
97,4 % (Masse) · 99,1 % (Partikelzahl) |
CSB −78,8 %. Hochgerechnet: 1,7 t Mikroplastik und 6 t CSB pro Jahr, die nicht in die Kanalisation gelangen · Korzin et al., Clean Technol. 2025, 7, 67 |
|
Kunststoffverarbeitung — 8 Testphasen über 3 Monate, je 1 m³ und vier Behandlungen, 12 Proben je Phase |
98,26 ± 2,15 % (Masse) · 97,92 ± 2,31 % (Partikelzahl) |
CSB −94,3 ± 8,9 %; 1,1 kg Mikroplastik je m³ vermieden, rund 2,7 t pro Jahr · Sturm et al., Water 2024, 16, 268 |
|
Kunststoffverarbeitung — Pilotanlage mit Bandfilter und Aktivkohlestufe |
98,0 ± 1,1 % (Masse) · 99,9987 ± 0,0007 % (Partikelzahl) |
CSB −96 ± 2,7 %; Trübung −99,6 ± 0,1 % · Puhar et al., Water 2025, 17, 671 |
Warum die Werte auseinanderliegen. Die Wirksamkeit der Agglomeration-Fixierung hängt von Polymertyp, Wasserzusammensetzung und Temperatur ab — das haben wir in Water 2021, 13, 675 systematisch untersucht. Deshalb steht am Anfang jedes Projekts eine Machbarkeitsstudie mit Ihrem Wasser und nicht ein Prozentwert aus einer Broschüre.
Zum Vergleich, damit Sie die Größenordnung einordnen können: Im kommunalen Ablauf einer zweistufigen Kläranlage auf Mykonos lag die Entfernung bei 86 ± 8 % (Clean Technol. 2026, 8, 32). Bei niedrigeren Ausgangskonzentrationen und komplexeren Matrizes sinkt die Rate systematisch. Hochbelastetes Industrieabwasser ist für dieses Verfahren der günstigere Fall.
Was das an Betriebsmitteln kostet
Gemessene Verbrauchswerte, damit Sie Aufwand und Nutzen gegeneinander rechnen können:
|
Kennwert |
Verpackungsherstellung |
Kunststoffverarbeitung |
|
Strombedarf je m³ behandeltem Abwasser |
1,4 kWh |
0,8 kWh |
|
Reagenzieneinsatz je m³ |
0,7 L (abcr eco Wasser 3.0 PE-X®, MIX-A)) |
1,00 mL (abcr eco Wasser 3.0 PE-X®, MIX-B) |
|
Quelle |
Die beiden Reagenzmengen unterscheiden sich um Größenordnungen, weil es sich um unterschiedliche Formulierungen und Wassermatrizes handelt. Wir stellen sie deshalb nebeneinander statt sie zu mitteln. Welcher Wert für Ihren Prozess gilt, ergibt die Machbarkeitsstudie.
Was wir bewusst nicht behaupten: dass das Verfahren energieeffizienter sei als andere Entfernungstechnologien. Einen belastbaren Ökobilanzvergleich mit Filtrations- oder anderen Mikroplastik-Entfernungsverfahren gibt es bislang nicht — das ist eine offene Forschungsfrage.
Was die Ökobilanz zeigt — und was sie nicht zeigt
Die Ökobilanz entstand gemeinsam mit der Universität Maribor nach der CML-Methode (openLCA, Ecoinvent 3.9), funktionelle Einheit ein Kubikmeter behandeltes Abwasser (Puhar et al., Water 2025, 17, 671).
Die Haupttreiber für die Pilotanlagenanwendung sind benannt: der Verbrauch an Filtervlies (36,7 km pro Jahr im Chargenbetrieb) und die Verbrennung der abgetrennten Agglomerate. In einem modellierten Kreislaufszenario — Endlosbandfilter statt Vliesverbrauch, stoffliche Verwertung statt Verbrennung — sinkt das Treibhauspotenzial rechnerisch auf 1,0 kg CO₂-Äquivalente je m³, also um rund 96 %. Über alle Wirkungskategorien hinweg sinken 10 von 11 um 78 bis 97 %.
Und die elfte: Das Eutrophierungspotenzial steigt im optimierten Szenario. Ursache sind der um 15 % höhere Strombedarf des Endlosbandfilters im deutschen Strommix und der Wegfall der Energierückgewinnungsgutschrift aus der Verbrennung. Gegenüber dem unbehandelten Ausgangszustand schneiden beide Varianten deutlich besser ab; im direkten Vergleich untereinander ist es ein Zielkonflikt.
Was die 96 % nicht sind: kein erreichter Reduktionswert, keine Klimaneutralitätsaussage, nichts mit Kompensation. Es ist ein Vergleich zweier Anlagenkonzepte, und das Kreislaufszenario ist bislang eine Modellannahme, kein laufender Betrieb. Die vollständige Darstellung mit Systemgrenzen und Annahmen finden Sie unter Nachhaltigkeit.
Wir legen diese Zahlen offen, weil Sie sie brauchen: Wenn Sie unsere Werte in Ihre eigene Berichterstattung übernehmen, müssen Sie deren Systemgrenzen kennen und vertreten können.
Wasserwiederverwendung: was belegt ist und was Annahme ist
Aufbereitetes Prozesswasser lässt sich in den Produktionskreislauf zurückführen. Die kursierenden Prozentwerte sind allerdings Ableitungen aus den Pilotanlagen, und wir kennzeichnen sie als solche.
- Bis zu 80 % Wassereinsparung am Standort Verpackungsherstellung — auf Basis einer geschätzten vierfachen Wiederverwendung des aufbereiteten Prozesswassers (Korzin et al. 2025). Kein über längere Zeit erhobener Betriebswert.
- 0,9 m³ wiederverwendbares Wasser je m³ behandeltem Abwasser — eine Bilanzierungsannahme der Ökobilanz (Puhar et al. 2025), keine Messung an mehreren Standorten.
Möglich wird die Wiederverwendung, weil neben dem Mikroplastik auch der CSB deutlich sinkt und Prozesschemikalien wie Tenside im Wasser verbleiben. Welche Wiederverwendungsrate Ihr Prozess erlaubt, hängt von Ihren Qualitätsanforderungen ab und wird in der Machbarkeitsstudie ermittelt — nicht vorab versprochen.
Was aus dem Prozess herauskommt: die Agglomerate
Das Verfahren entfernt Mikroplastik aus dem Wasser und erzeugt dabei einen Reststoff. Das gehört zur ehrlichen Kalkulation dazu.
Am Standort Verpackungsherstellung fielen rund 1,9 t trockene Agglomerate pro Jahr an (5,976 t feucht, 4,423 t gepresst); an einem zweiten Standort rechnerisch 9,1 t Trockenmasse pro Jahr.
Die Analyse nach Deponierecht ergab: Diese Agglomerate sind nicht deponiefähig, die Wiederverwertung ist möglich (Korzin et al., Clean Technol. 2025, 7, 67).
Unser Ziel ist die stoffliche Verwertung, und für jede Anwendung entwickeln wir ein Wiederverwertungskonzept. In der Ökobilanz ist die Nutzung als Betonfüller bereits als Szenario gerechnet. Betriebsdaten aus dem Dauerbetrieb liegen bislang nicht vor.
Für Ihre Kalkulation heißt das: Planen Sie Entsorgungskosten für den Reststoff ein. Wir beziffern sie in der Machbarkeitsstudie mit, statt sie wegzulassen.
Messen, bevor Sie entfernen
Ohne Ausgangsmessung lässt sich keine Entfernungsleistung nachweisen — und keine Investition begründen. Unsere Mikroplastik-Analytik beruht auf Fluoreszenzfärbung mit eigens entwickelten Fluoreszenzmarkern und automatisierter Auszählung. Die Wiederfindungsraten liegen zwischen 93,3 % für Polypropylen und 101,7 % für Polyester (Microplastics 2023, 2, 334), die Arbeitszeit bei rund 45 Minuten je Probe (Analytica 2023, 4, 27).
Wie viele Proben Sie brauchen, hängt von der Zielgenauigkeit ab: Für eine Fehlermarge von ± 25 % bei 95 % Konfidenz sind 21 Großvolumenproben oder 51 Schöpfproben erforderlich (Microplastics 2026, 5, 75). Einzelproben sind nicht repräsentativ.
Unsere Technologie und der Anlagenbau
Wasser 3.0 PE-X® beruht auf Agglomeration und Fixierung durch Hybridkieselgele — Clump & Skim. Mikroplastikpartikel werden zu abtrennbaren Verbünden verklumpt und über grobporige Separationseinheiten entfernt. Das Verfahren arbeitet ohne Membranen und ohne Hochdruck. Den Gesamtansatz aus Detektion, Entfernung und Wiederverwertung beschreibt die Technologieübersicht.
Modular und skalierbar
- Integration in bestehende Prozesse als Einzellösung oder Add-on
- Anpassbar an unterschiedliche Verschmutzungsarten und -konzentrationen
- Skalierbar vom Labormaßstab über das Technikum bis zum Vollstrombetrieb
- Modularer Aufbau für schrittweise Implementierung
Mietmodellanlagen für Vorversuche
- Containerisiert, Betrieb im Batch- oder kontinuierlichen Verfahren
- Reaktorbehälter für die Mikroplastik-Entfernung: 250 L
- Zusatzmodul für die CSB-Entfernung: 250 L
- Bandfilter als Separationseinheit
- Dosierung und Kontaktzeiten auf Ihren Prozess abgestimmt
- Mindestmietdauer vor Ort: ein Monat
Ihr Weg zum Projekt
- Abfrage der bekannten Prozessparameter über unsere Checkliste.
- Erstgespräch. Fragestellung, Anforderungsprofil, erste Lösungsskizze.
- Datenerhebung und Prozessanalyse mit ersten Vorversuchen.
- Entwicklung im Labor und Technikum. Passgenaue Materialkomposition nach dem Baukastenprinzip, Prototypenbau.
- Technikumsversuche im Batch- oder semikontinuierlichen Betrieb.
- Mietmodell vor Ort. Prozessintegration und Langzeitbetrieb im Teil- oder Vollstrom, mindestens einen Monat.
- Datenauswertung und Nutzenanalyse. Auswertung aller Messdaten und Quantifizierung der ökonomischen und ökologischen Effekte für Ihren Fall.
- Skalierung und Vollbetrieb.
Was Sie von einer Machbarkeitsstudie erwarten können

Eine Machbarkeitsstudie beantwortet für Ihren konkreten Prozess:
- Technische Umsetzbarkeit — funktioniert das Verfahren mit Ihrer Wassermatrix, und mit welcher Entfernungsrate?
- Wirtschaftlichkeit — Investition, Betriebsmittel, Entsorgung des Reststoffs, mögliche Einsparungen durch Wasserwiederverwendung.
- Ökologische Effekte — quantifiziert für Ihren Fall, mit denselben Systemgrenzen wie in unserer veröffentlichten Ökobilanz.
- Rechtlicher Rahmen — welche der oben genannten Rechtsakte für Sie einschlägig sind.
- Ressourcenbedarf und Stakeholder — was das Projekt an Mitteln und Beteiligung erfordert.
Wir versprechen dabei keine Einsparungen vorab. Was die Studie ergibt, ergibt sie — auch wenn das Ergebnis lautet, dass sich ein Ausbau für Sie nicht rechnet.
Warum Wasser 3.0
- Publizierte Daten statt Prospektwerte. Alle Leistungsangaben dieser Seite stammen aus peer-reviewten Veröffentlichungen im Open Access und sind hier verlinkt. Die vollständige Liste steht unter Publikationen.
- Gemeinnützige GmbH. Wir sind satzungsgemäß nicht auf Gewinnausschüttung ausgerichtet; die Gemeinnützigkeit wird vom zuständigen Finanzamt festgestellt. Angaben zu Struktur und Mittelverwendung unter Transparenz und Unternehmen.
- Interdisziplinäres Team aus Chemie, Verfahrenstechnik und Umweltwissenschaften, mit Forschungskooperationen unter anderem mit der Universität Maribor und der Nationalen Technischen Universität Athen.
- Wir nennen auch die Grenzen. Reifenabrieb können wir derzeit noch nicht standardisiert messen, der Reststoff muss für die Wiederverwertung umfangreich qualifiziert werden. Und einen Ökobilanzvergleich mit Alternativverfahren gibt es bisher nicht. Das steht auf dieser Seite, nicht im Kleingedruckten.
Ein Hinweis zu den UN-Nachhaltigkeitszielen
Wir ordnen unsere Arbeit den UN-Nachhaltigkeitszielen zu — als Referenzrahmen, nicht als Siegel. Die SDG sind kein Zertifizierungssystem und keine Bestätigung durch Dritte. Welche konkreten, belegten Beiträge wir zuordnen, steht auf unserer Nachhaltigkeitsseite mit Quellenangabe.
Nächster Schritt
- Laden Sie die Prozessparameter-Checkliste herunter und füllen Sie sie aus.
- Senden Sie uns das Dokument zu.
- Nach Sichtung melden wir uns für ein unverbindliches Erstgespräch.







