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10. Juni 2026Mikroplastik - Vom Klassenzimmer ins Forschungslabor
Was 120 junge Mikroplastik-Detektive in Mannheim bewegt haben – und wie es weitergeht
Sechs Monate. Zwölf Standorte. Mehr als 80 Wasserproben. Und 120 junge Menschen, die aufgehört haben zu fragen „Was kann ich schon tun?" – weil sie es einfach getan haben.

Kick-off der Mikroplastik-Detektive in Mannheim © Wasser 3.0
Das Pilotprojekt Mikroplastik-Detektive ist abgeschlossen. Und es hat gezeigt, was möglich ist, wenn echte Wissenschaft, schulische Bildung und gesellschaftliches Engagement zusammenkommen.
Was als Idee begann, wurde gelebte Forschung
Im Dezember 2025 fiel der Startschuss an der Integrierten Gesamtschule Mannheim-Herzogenried (IGMH). Schüler:innen und Lehrkräfte wurden in die Mikroplastik-Problematik eingeführt und in der standardisierten Probennahme geschult: dreifaches Vorspülen der Glasflaschen, sachgerechte Beschriftung, Erfassung der Standorte in Echtzeit über die Wasser 3.0-App.
Dann ging es raus – zu Fuß und mit dem Fahrrad, also klimaneutral, an Rhein, Neckar und den Bonadieshafen. Die Schüler:innen entnahmen die Proben selbst. Die anschließende Mikroplastik-Analytikübernahm Wasser 3.0 im Labor, mit selektiven Fluoreszenzmarkern, unter denen synthetische Partikel hell aufleuchten, während natürliche Partikel im Dunkeln bleiben. Die Ergebnisse wurden im Klassenverbund gemeinsam besprochen und interpretiert – echter Forschungsdialog auf Augenhöhe.
Die Ergebnisse: Echte Daten, ein klarer Hotspot
Insgesamt wurden mehr als 80 Wasserproben analysiert. In 52 davon ließ sich Mikroplastik nachweisen. Besonders aufschlussreich war die Mehrfachbeprobung am Bonadieshafen: Die Mittelwerte reichten von 11 MP/L an der Diffenébrücke bis zu 544 MP/L vor der Schleuse – ein deutlich ausgeprägter Hotspot, an dem sich Mikroplastik nachweislich akkumuliert.
Wie wichtig wiederholte Messungen sind, zeigt ein einziger Standort eindrücklich: Vor der Schleuse wurden am 4. März nur 5 MP/L gemessen, am 8. April dagegen 1.591 MP/L. Eine einzelne Messung hätte hier zu einer völligen Fehleinschätzung geführt. Genau deshalb misst dieses Projekt öfter als andere – und liefert damit belastbarere, vergleichbarere Daten.
Alle Werte sind öffentlich einsehbar und fließen in die Global Map of Microplastics ein – eine wachsende Dateninfrastruktur, die regionale Gewässerbelastung weltweit sichtbar macht.

Schüler:innen nehmen Wasserproben in Mannheim © Wasser 3.0
Mehr als Daten: junge Menschen, die ins Handeln kommen
Über den Tag der offenen Tür und die Aktionen rund um den Weltwassertag erreichten die Schüler:innen über 400 weitere Personen. Sie traten als Expert:innen in eigener Sache auf, erklärten ihre Methoden, vermittelten Inhalte an Mitschüler:innen, Eltern und Lehrkräfte.
Und genau hier liegt die vielleicht wichtigste Wirkung. Denn Klimaangst lässt sich nicht wegreden – aber sie lässt sich in konstruktives Handeln verwandeln. Aus „Was kann ich schon tun?" wird „Ich bewirke etwas." Eine Teilnehmerin brachte es auf den Punkt: „Jede:r kann etwas bewirken – wir müssen es nur wollen."
Wie es weitergeht: vom Piloten zum Programm
Das Pilotprojekt war erst der Anfang. Mikroplastik-Detektive wird zum festen Bestandteil des ganzheitlichen Programms STARK DURCH WASSER. Die in Mannheim erprobten Bausteine – standardisierte Probennahme, Citizen-Science-Schulungen, App-gestützte Datenerfassung und die Einspeisung in die Global Map of Microplastics – gehen in ein 9-Säulen-Modell über, das Mikroplastik-Forschung dauerhaft mit der Förderung mentaler Gesundheit, Resilienz und Naturerfahrung verbindet.
Konkret geplant für 2026–2028: die Übertragung auf weitere Schulen in Baden-Württemberg und zwei weitere Bundesländer, der Aufbau eines europäischen Partnernetzwerks und die vertiefte Auswertung lokaler Hotspots gemeinsam mit Kommunen und Umweltbehörden.
Werden Sie Sponsor:in der Bewegung
Damit aus dem erfolgreichen Piloten ein echtes Leuchtturmprojekt wird, suchen wir Partner:innen, die diese Vision mittragen. Pro Jahr planen wir vier Wassertage mit je 25–30 Schüler:innen, vier integrierte Resilienz-Workshops, über 40 Mikroplastik-Proben für die Global Map und mindestens acht neue Lehrkräfte als Multiplikator:innen.
Drei Wege, das Programm zu tragen:
- 7.500 € – Wassertag-Pate:in: ein Forschungstag für eine Klasse
- 12.000 €/Jahr – Schulpartner:in: ein Schuljahr für eine Schule
- 30.000 €/Jahr – Hauptpartner:in: ein Programm für eine ganze Region
Sie möchten anders unterstützen? Sprechen Sie uns an – wir finden gemeinsam den passenden Weg. Oder unterstützen Sie direkt: Jede Spende fließt zu 100 % in die Wirkung.
Buch lesen, Schulklasse ausstatten
Wer tiefer in das Thema einsteigen will, dem sei das neue Buch von Dr. Katrin Schuhen ans Herz gelegt: Kriminalfall Mikroplastik – eine Ermittlung in ein Jahrhundertverbrechen, mit Beweisen, Tätern und Handlungsoptionen. Cradle-to-Cradle produziert, und das Beste: 100 % der Erlöse fließen in Forschung und Bildung zu Wasser ohne Mikroplastik.
Und für Unternehmen, die Wirkung direkt ins Klassenzimmer bringen wollen: Mit einer Schulpatenschaftstatten Sie eine ganze Klasse aus. Das Bundle enthält 30 Buchexemplare und 2 Analytik-Kits für eigene Wasserproben, die direkt in die Global Map of Microplastics einfließen – für 1.250 € pro Bundle. Förderfähig im Sinne der SDG 4, 6 und 14 und geeignet für die CSRD-Berichterstattung. Mehr erfahren und bestellen.
Wasser verbindet. Menschen auch. Die Mikroplastik-Detektive haben in Mannheim gezeigt, dass Wandel von unten beginnt. Helfen Sie mit, diese Bewegung in die nächste Schule, die nächste Region, das nächste Bundesland zu tragen.





