Mikroplastik aus Wasser und Abwasser entfernen: Clump & Skim

Wasser 3.0 PE-X® entfernt Mikroplastik ohne Filter. Statt Partikel durch immer feinere Membranen zu pressen, werden sie zu abtrennbaren Verbünden verklumpt und mechanisch abgeschöpft. In vier publizierten Pilotanlagen lag die Entfernung zwischen 86 % und 99,1 %, je nach Wassermatrix.

Diese Seite nennt die Zahlen mit Messbedingungen und Quelle — auch dort, wo sie auseinanderliegen.

Stand: August 2026 | Nächste Überprüfung: Dezember 2026

Wie funktioniert Clump & Skim?

Das Verfahren beruht auf Hybridkieselgelen, die Mikroplastikpartikel binden und zu größeren Verbünden zusammenführen. Die eingesetzten siliciumorganischen Vorstufen bilden in einer wasserinduzierten Sol-Gel-Reaktion diese Hybridkieselgele; in unseren Veröffentlichungen ist das Verfahren deshalb als organosilan-induzierte Agglomeration-Fixierung beschrieben (Clean Technol. 2026, 8, 32).

  1. Das Hybridkieselgel bindet die Partikel zu schwimmfähigen Verbünden. Die Materialkomposition wird auf Wassermatrix und Polymerspektrum abgestimmt.
  2. Die Agglomerate werden über grobporige Separationseinheiten abgetrennt — Abschöpfen oder Bandfilter. Feinfiltration ist nicht erforderlich, Membranen und Hochdruck entfallen.
  3. Das abgetrennte Material geht in ein Verwertungskonzept. Was damit heute geschieht und was noch nicht, steht unter Wiederverwertung & Kreislaufwirtschaft.

Das Verfahren ist Teil der EU-Mission „Restore our Ocean and Waters“.

Wie viel Mikroplastik entfernt das Verfahren?

Zwischen 86 % und 99,1 %, gemessen an vier Pilotstandorten. Die Spannweite ist das Ergebnis, nicht eine Unschärfe.

Anwendungsfall

Mikroplastik-Entfernung

Weitere Messwerte und Quelle

Verpackungsherstellung, Deutschland — automatisierte Pilotanlage, 25 kontinuierliche Testläufe

97,4 % (Masse) · 99,1 % (Partikelzahl)

CSB −78,8 %; Rohabwasser 1725 ± 377 mg/L · Korzin et al., Clean Technol. 2025, 7, 67

Kunststoffverarbeitung, Deutschland — 8 Testphasen über 3 Monate

98,26 ± 2,15 % (Masse) · 97,92 ± 2,31 % (Partikelzahl)

CSB −94,3 ± 8,9 %; 1,1 kg Mikroplastik je m³ vermieden · Sturm et al., Water 2024, 16, 268

Kunststoffverarbeitung, Deutschland — Pilotanlage mit Bandfilter und Aktivkohlestufe

98,0 ± 1,1 % (Masse) · 99,9987 ± 0,0007 % (Partikelzahl)

CSB −96 ± 2,7 %; Trübung −99,6 ± 0,1 % · Puhar et al., Water 2025, 17, 671

Kläranlage Mykonos, Griechenland — kommunales Abwasser nach zweistufiger Belebung

86 ± 8 %

Zulauf 633–5843 MP/L, Ablauf 96–263 MP/L; TSS −95 ± 3 % · Sturm et al., Clean Technol. 2026, 8, 32

 

Warum die Werte auseinanderliegen

Weil die Wirksamkeit von Polymertyp, Wasserzusammensetzung und Temperatur abhängt. Das haben wir systematisch untersucht (Water 2021, 13, 675) und für lineare und verzweigte Vorstufen an Polyethylen und Polypropylen verglichen (Environ. Sci. Pollut. Res. 2020).

Deshalb entwickeln wir die Materialkomposition für jeden Anwendungsfall neu, und deshalb steht am Anfang jedes Projekts eine Machbarkeitsstudie mit Ihrem Wasser. Ein Prozentwert aus einer Broschüre ersetzt den Versuch nicht — und wer Ihnen eine polymerunabhängige Leistung zusagt, verspricht mehr, als sich messen lässt.

Was das Verfahren an Betriebsmitteln braucht

Gemessene Werte aus zwei Anlagen, damit Sie rechnen können: 0,8 kWh (Puhar et al. 2025) beziehungsweise 1,4 kWh (Korzin et al. 2025) Strom je Kubikmeter behandeltem Abwasser. Der Reagenzieneinsatz lag bei 1,00 mL je m³ in der einen und 0,7 L je m³ in der anderen Konfiguration — die Formulierungen und Wassermatrizes unterscheiden sich, deshalb nennen wir beide Werte nebeneinander statt sie zu mitteln.

Was wir daraus nicht ableiten: dass das Verfahren energieeffizienter oder kostengünstiger sei als Filtration. Ein belastbarer Ökobilanz- oder Kostenvergleich mit Filtrations- oder Oxidationsverfahren liegt nicht vor; das ist eine offene Forschungsfrage. Für den kommunalen Kontext haben wir weitergehende Verfahren in Sustainability 2022, 14, 11605 verglichen. Die vollständige Ökobilanz unseres eigenen Verfahrens einschließlich eines Zielkonflikts steht unter Nachhaltigkeit.

Was das Verfahren konstruktiv bedeutet

  • Keine Membranen, kein Hochdruck. Grobporige Separationseinheiten statt Mikro- oder Ultrafiltration.
  • Modular und skalierbar vom Labor über das Technikum bis zum Vollstrombetrieb, als Einzellösung oder Add-on.
  • Containerbasiertes Mietmodell für Langzeitversuche ab einem Monat, im Batch- oder kontinuierlichen Betrieb.
  • Multifunktional: Neben Mikroplastik werden auch Mikroschadstoffe und CSB reduziert; die publizierten CSB-Werte liegen zwischen 78,8 % und 96 %.

Wo das Verfahren eingesetzt wird

Kommunale Kläranlagen

Die EU-Kommunalabwasserrichtlinie (EU) 2024/3019 ist am 1. Januar 2025 in Kraft getreten und bis zum 31. Juli 2027 umzusetzen. Artikel 21 verpflichtet die zuständigen Behörden, Mikroplastik im Zu- und Ablauf von Kläranlagen ab 10.000 Einwohnerwerten zu überwachen. Einen Grenzwert setzt die Richtlinie nicht.

Wichtig zur Einordnung: Nach unseren Vergleichsmessungen an drei Anlagen unterscheidet sich die Mikroplastikbelastung im Ablauf einer vierstufigen Anlage nicht signifikant von der einer dreistufigen (Water 2025, 17, 711). Für Mikroplastik braucht es eine gezielte Verfahrensstufe. Unser Angebot: Kläranlage.

Industrielle Abwässer und Produktion

In der Kunststoff-Wertschöpfungskette wirkt die Entfernung am Entstehungsort deutlich stärker als am Ende der Kette. An einem Standort der Verpackungsherstellung wurden rechnerisch 1,7 t Mikroplastik und 6 t CSB pro Jahr davon abgehalten, überhaupt in die Kanalisation zu gelangen (Clean Technol. 2025, 7, 67). Für kunststoffverarbeitende Betriebe gilt zudem seit dem 16. Dezember 2025 die Verordnung (EU) 2025/2365 mit Dokumentationspflichten zu Granulatverlusten. Unser Angebot: Industrie.

  • Kunststoffverarbeitung und -produktion
  • Textilindustrie (Faserbruch, Mikrofasern)
  • Recyclinganlagen
  • Lackieranlagen und Oberflächenbehandlung
  • Straßenentwässerung und Waschanlagen

Modularer Anlagenbau und Mietmodell

Unsere Anlagen sind modular aufgebaut und können als Mietmodell für Langzeitversuche oder als permanente Installation bereitgestellt werden:

  • Containerbasierte Plug-and-Play-Lösungen
  • Batch- oder kontinuierlicher Betrieb
  • Anpassungsfähige Dosierung und Kontaktzeit – individuell auf Ihren Prozess abgestimmt
  • Integration in bestehende Infrastruktur als Add-on oder Standalone-Lösung
  • Skalierung vom Technikum bis zum industriellen Vollstrombetrieb

Messen, bevor Sie entfernen

Ohne Ausgangsmessung lässt sich keine Entfernungsleistung nachweisen. Unsere Mikroplastik-Analytik liefert die Referenzwerte. Wie viele Proben nötig sind, hängt von der Zielgenauigkeit ab: Für eine Fehlermarge von ± 25 % bei 95 % Konfidenz sind 21 Großvolumenproben oder 51 Schöpfproben erforderlich (Microplastics 2026, 5, 75).

Nachhaltigkeit und UN-Nachhaltigkeitsziele

Wir ordnen unsere Arbeit den UN-Nachhaltigkeitszielen zu — als Referenzrahmen, nicht als Siegel. Die SDG sind kein Zertifizierungssystem und keine Bestätigung durch Dritte. Belegte Beiträge mit Quellenangabe finden Sie auf unserer Nachhaltigkeitsseite.

Nächster Schritt

Füllen Sie die Prozessparameter-Checkliste aus und  schreiben Sie uns direkt via Kontakt. Wir starten mit einer Machbarkeitsstudie an Ihrem Wasser.

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