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24. Dezember 2025Wenig hilft viel: 11 alltagstaugliche Tipps gegen Mikroplastik
Mikroplastik ist überall – in der Luft, die wir atmen, im Wasser, das wir trinken, und in der Nahrung, die wir essen. Doch statt zu resignieren, können wir handeln. Mit unserem neuen Ratgeber zeigen wir Ihnen elf konkrete Maßnahmen, mit denen Sie Ihre persönliche Mikroplastik-Belastung deutlich reduzieren können.
Die unsichtbare Gefahr in unserem Alltag
Wissenschaftliche Studien haben Mikroplastik mittlerweile in nahezu allen menschlichen Organen nachgewiesen – einschließlich Gehirn, Lunge und Blutkreislauf. Die Bedrohung für unsere Gesundheit ist real: Obwohl die langfristigen Auswirkungen noch erforscht werden, gibt das Umweltbundesamt hinreichenden Grund zur Annahme einer Gesundheitsschädigung an.
Die gute Nachricht: Sie haben es in der Hand. Mit einfachen Alltagsentscheidungen können Sie Ihre persönliche Mikroplastik-Exposition deutlich reduzieren – ohne Ihr Leben komplett umkrempeln zu müssen.
Der schnelle Überblick: Was Sie sofort tun können
Tipp 1: Hahn statt Flasche
Der einfachste und wirkungsvollste erste Schritt: Trinken Sie Leitungswasser. Eine bahnbrechende Studie im Fachjournal PNAS zeigte, dass ein Liter Wasser aus Plastikflaschen durchschnittlich 240.000 Nanoplastik-Partikel enthalten kann. Menschen, die ausschließlich Flaschenwasser trinken, nehmen bis zu 20-mal mehr Mikroplastik auf als Leitungswasser-Trinker. Übrigens: Auch Bier kann Mikroplastik enthalten – ein weiterer Grund, auf die Verpackung zu achten.
Unser Tipp: Investieren Sie in eine hochwertige Glas- oder Edelstahlflasche für unterwegs.
Tipp 2: Heiß? Nur im Glas!
Beim Erhitzen von Lebensmitteln in Plastikbehältern werden erhebliche Mengen Mikro- und Nanoplastik freigesetzt. Wärme beschleunigt die Freisetzung von Plastikpartikeln und Zusatzstoffen wie Bisphenol-A massiv.
Unser Tipp: Nutzen Sie Glas- oder Keramikgeschirr für die Mikrowelle und Edelstahldosen zur Aufbewahrung.
Tipp 3: Frisch statt fertig
Hochverarbeitete Lebensmittel enthalten deutlich mehr Mikroplastik als frische Produkte. Unser ausführlicher Artikel zu Mikroplastik in unseren Lebensmitteln zeigt: Die lange Lagerung in Plastikverpackungen führt zur Migration von Partikeln ins Lebensmittel.
Unser Tipp: Besuchen Sie den Wochenmarkt oder Unverpackt-Laden und kochen Sie selbst.
Tipp 4: Natur an die Haut
Etwa 60–70 % aller Textilien bestehen heute aus Kunstfasern. Synthetische Stoffe wie Polyester, Nylon und Elastan setzen bei jedem Tragen und Waschen tausende Mikrofasern frei.
Unser Tipp: Wählen Sie bei Neukäufen Naturfasern wie Baumwolle, Leinen oder Wolle.
Tipp 5: Fenster auf!
Die Inhalation von Mikroplastik findet hauptsächlich in Innenräumen statt, nicht im Freien. Hausstaub bindet Plastikpartikel aus synthetischen Textilien und Einrichtungsgegenständen.
Unser Tipp: Täglich 10–15 Minuten Stoßlüften und regelmäßig feucht wischen.
Tipps 6 & 7: Die 70%-Formel beim Waschen
Das Waschen synthetischer Textilien ist für etwa 35 % des Mikroplastiks verantwortlich, das jährlich in die Meeresumwelt gelangt. Doch durch drei einfache Anpassungen lässt sich der Mikroplastik-Abrieb um bis zu 70 % reduzieren:
- Temperatur senken: Unter 30°C waschen
- Umdrehungszahl reduzieren: Weniger Schleudern = weniger Abrieb
- Waschmittel reduzieren: Oft reicht die Hälfte der empfohlenen Menge
Bonus: Wäsche an die Leine statt in den Trockner – das schont Material und Umwelt.
Tipp 8: Plastikfreie Küche
Wussten Sie, dass ein einziger Kunststoff-Teebeutel bei 95°C Milliarden von Nano- und Mikroplastik-Partikeln freisetzen kann? Auch Plastik-Schneidebretter geben bei Gebrauch Partikel ab.
Unser Tipp: Losen Tee oder Papierbeutel verwenden, Schneidebretter und Kochlöffel aus Holz nutzen.
Über den eigenen Tellerrand hinaus
Die Tipps 9 bis 11 unseres Ratgebers zeigen, wie Sie über individuelle Maßnahmen hinaus wirken können:
- Anstecken erlaubt: Informieren Sie Ihr Umfeld, engagieren Sie sich in Schulen und nehmen Sie an Citizen-Science-Projekten teil.
- Druck machen: Nutzen Sie Ihre demokratischen Möglichkeiten – die EU-Regulierung zu Mikroplastik zeigt, dass politischer Druck wirkt.
- Wandel finanzieren: Unterstützen Sie gemeinnützige Organisationen, die an innovativen Lösungen forschen.
Faktencheck: Die Kreditkarten-Lüge
Vielleicht haben Sie schon gehört: „Wir essen eine Kreditkarte pro Woche.“ Diese plakative Aussage geistert durch die Medien – doch stimmt sie? In unserem Artikel Mikroplastik und die Kreditkarten-Lüge haben wir die wissenschaftlichen Hintergründe analysiert. Fazit: Die tatsächliche Belastung ist schwer zu beziffern, aber die Notwendigkeit zum Handeln bleibt unbestritten.
Jeder Schritt zählt
Die vollständige Vermeidung von Mikroplastik ist in unserer modernen Welt unrealistisch. Doch die Forschung zeigt, dass unser Körper über Mechanismen verfügt, Plastikpartikel auszuscheiden. Das Ziel ist nicht Perfektion, sondern bewusstes Handeln.
Die Maßnahmen 1, 2, 5, 6, 7 und 8 können Sie sofort umsetzen und zeigen schnellen Impact. Die gesellschaftspolitischen Maßnahmen entfalten ihre Wirkung langfristiger, sind aber essenziell für systemische Veränderung.
Beginnen Sie heute – wenig hilft viel.
Laden Sie unseren kostenlosen Ratgeber herunter
In unserem ausführlichen Handout „11 Tipps gegen Mikroplastik“ finden Sie alle Maßnahmen detailliert erklärt – mit Impact-Bewertungen, konkreten Umsetzungstipps und wissenschaftlichen Hintergründen.
In eigener Sache und weil Wasser uns alle anget: Werden Sie Flussretter:in – Projekt Donau 2850
2.850 Kilometer. So lang ist die Donau – der zweitlängste Fluss Europas, Lebensader für zehn Länder und Millionen von Menschen. Doch auch sie trägt eine unsichtbare Last: Mikroplastik.
Mit unserem Projekt Donau 2850 – Mikroplastik-Mapping kartieren wir erstmals systematisch die Mikroplastik-Belastung entlang der gesamten Donau. Wir messen, analysieren und schaffen die wissenschaftliche Grundlage für wirksame Schutzmaßnahmen.
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Die Donau kennt keine Grenzen – und Mikroplastik auch nicht. Deshalb brauchen wir Menschen wie Sie, die über den eigenen Tellerrand hinausdenken und handeln.




